Ich sitze mal wieder in der Bibliothek und mal wieder steht mein letzter Tag in Sydney bevor. In diesem Post möchte ich euch etwas über das Hostelleben erzählen und natürlich auch davon, was ich in den letzten Tagen in Sydney so gemacht habe, denn es wird ja nie langweilig hier!
Die letzte Woche habe ich in einem Hostel in Glebe verbracht, musste 2 mal wechseln, hatte es aber nie weit, da ich immer in der gleichen Straße geblieben bin. Ich bin auf einem 6er-Zimmer mit fünf Jungs und habe das ERSTE Mal das untere Bett und kann meine Sachen auf dem Boden rumschmeißen! Hier ist mein aktuelles Zimmer:
Morgens gibt es freies Frühstück, das ist aber ein ziemlicher Sonderfall. Viele versuchen, sich morgens so vollzustopfen, dass sie sich kein Mittagessen kaufen müssen. Ich habe das auch einmal versucht, hatte aber eher schneller wieder Hunger, als wenn ich weniger esse, naja. Also morgens geht es zum Frühstück, es gibt Toast, Marmelade, Erdnussbutter, Cornflakes, Kaffee; wenn man Glück hat, erwischt man sogar ein bisschen Milch. Das Hostel hat einen kleinen Garten, in dem gegessen, geredet und getrunken wird und man findet immer jemanden zum Plaudern (das ist übrigens ein ziemlich komisches deutsches Wort .. ). Es gibt zwei verschiedene Gebäude, in jedem Gebäude befinden sich sage und schreibe 2 Toiletten, weshalb man sich mangels Klopapier oder wegen besetzter Toiletten schon einmal auf den Weg zur nächsten öffentlichen Toilette begibt. Immerhin erwischt man meistens eine freie Dusche, allerdings hat immer nur einer warmes Wasser - nämlich der Schnellste. Aber kalte Duschen sollen ja angeblich gesund sein.
Wer schlau ist, kocht mittags, denn dann sind meistens genug Töpfe und eine freie Herdplatte vorhanden. Wer noch schlauer ist, kocht einfach gar nichts, sondern geht zum nächsten Take Away Thailänder oder bereitet sich etwas in der Mikrowelle zu. Zumindest mache ich das so ... meistens.
Abends gibt es dann entweder freies BBQ (immer Donnerstags, der einzige Tag, an dem die Küche so gut wie den ganzen Tag leer ist) oder der Kampf um Töpfe, Teller und Besteck beginnt.
Heute habe ich gewaschen und da die Wäscheleine absolut überfüllt war, musste ich noch 2$ für den Trockner springen lassen - aber naja.
Natürlich ist das nicht immer der Fall, ich war auch schon in Hostels mit sauberen Duschen, in denen man immer heißes Wasser hatte und wo es immer eine freie Toilette gab, einmal hatte sogar jedes Zimmer sein eigenes Badezimmer und eigene Töpfe und Besteck; man musste allerdings auch selber putzen.
Aber das alles nimmt man gerne in Kauf, denn man trifft so viele nette Menschen, es gibt so viel zu sehen und zu unternehmen und, wie gesagt, es wird niemals langweilig.
Schlafen kann ich so gut wie immer, aber meistens bin ich auch eine der letzten, die ins Zimmer kommt, da die meisten anderen arbeiten.
Apropos arbeiten, ich hatte am Samstag einen kleinen "Job" auf einer Party in Kirribilli, einem Stadtteil im Norden Sydneys. Der Job bestand darin, mitzutrinken, mitzuessen, sich mit allen möglichen Menschen zu unterhalten und die Aussicht zu genießen:
Jaah, wir waren im Garten von einem Luxus-Appartement mit Aussicht auf Sydney Harbour, inklusive Sonnenuntergang. Und dafür habe ich 100 "bugs", wie sie hier sagen, gekriegt. Was will man mehr? Hier die Party-Crew (zumindest ein Teil):
An einem anderen Tag war ich mal wieder in den Royal Botanic Gardens, dieses Mal war mein Ziel jedoch der Mrs Macquarie's Chair, einem in Stein gemeißelten Stuhl, der auf Wunsch von Elizabeth Macquarie, die den Hafen überblicken wollte, angefertigt wurde. Ich habe ihn gefunden und für 30 Sekunden draufgesessen, bis die nächsten kamen, die ein Foto machen wollten.
Und da man es nicht oft genug fotografieren, ich mich einfach nicht dran satt sehen kann und ich das Foto mag:
Gestern bin ich mit dem Bus zum Palm Beach gefahren, 2 Stunden lang, und als ich ankam, fing es natürlich an zu regnen. Missmutig habe ich mich dann trotzdem an den Strand gesetzt und nach einer halben Stunde war ein Regenbogen am Horizont:
Und hier der ganze Strand, superschön, aber mal wieder dieser nervige Klebesand ...
Und wie ich bereits erwähnt habe, nehme ich morgen erneut von Sydney Abschied und fahre zehn Stunden südwärts auf eine kleine Gemüsefarm, um dort für zwei Wochen gegen Unterkunft und Verpflegung zu arbeiten. Nach den zwei Wochen werde ich erneut nach Sydney zurückkehren (und dann habe ich vielleicht auch langsam genug), mache einen 4-tägigen Surfkurs und dann geht's hoch nach Byron Bay!
Bis vermutlich in zwei Wochen,
Lou


