Montag, 24. November 2014

Living in a Hostel, die Party und der Regenbogen

G'Day!

Ich sitze mal wieder in der Bibliothek und mal wieder steht mein letzter Tag in Sydney bevor. In diesem Post möchte ich euch etwas über das Hostelleben erzählen und natürlich auch davon, was ich in den letzten Tagen in Sydney so gemacht habe, denn es wird ja nie langweilig hier!
Die letzte Woche habe ich in einem Hostel in Glebe verbracht, musste 2 mal wechseln, hatte es aber nie weit, da ich immer in der gleichen Straße geblieben bin. Ich bin auf einem 6er-Zimmer mit fünf Jungs und habe das ERSTE Mal das untere Bett und kann meine Sachen auf dem Boden rumschmeißen! Hier ist mein aktuelles Zimmer:


 Morgens gibt es freies Frühstück, das ist aber ein ziemlicher Sonderfall. Viele versuchen, sich morgens so vollzustopfen, dass sie sich kein Mittagessen kaufen müssen. Ich habe das auch einmal versucht, hatte aber eher schneller wieder Hunger, als wenn ich weniger esse, naja. Also morgens geht es zum Frühstück, es gibt Toast, Marmelade, Erdnussbutter, Cornflakes, Kaffee; wenn man Glück hat, erwischt man sogar ein bisschen Milch. Das Hostel hat einen kleinen Garten, in dem gegessen, geredet und getrunken wird und man findet immer jemanden zum Plaudern (das ist übrigens ein ziemlich komisches deutsches Wort .. ). Es gibt zwei verschiedene Gebäude, in jedem Gebäude befinden sich sage und schreibe 2 Toiletten, weshalb man sich mangels Klopapier oder wegen besetzter Toiletten schon einmal auf den Weg zur nächsten öffentlichen Toilette begibt. Immerhin erwischt man meistens eine freie Dusche, allerdings hat immer nur einer warmes Wasser - nämlich der Schnellste. Aber kalte Duschen sollen ja angeblich gesund sein.
Wer schlau ist, kocht mittags, denn dann sind meistens genug Töpfe und eine freie Herdplatte vorhanden. Wer noch schlauer ist, kocht einfach gar nichts, sondern geht zum nächsten Take Away Thailänder oder bereitet sich etwas in der Mikrowelle zu. Zumindest mache ich das so ... meistens.
Abends gibt es dann entweder freies BBQ (immer Donnerstags, der einzige Tag, an dem die Küche so gut wie den ganzen Tag leer ist) oder der Kampf um Töpfe, Teller und Besteck beginnt.
Heute habe ich gewaschen und da die Wäscheleine absolut überfüllt war, musste ich noch 2$ für den Trockner springen lassen - aber naja.
Natürlich ist das nicht immer der Fall, ich war auch schon in Hostels mit sauberen Duschen, in denen man immer heißes Wasser hatte und wo es immer eine freie Toilette gab, einmal hatte sogar jedes Zimmer sein eigenes Badezimmer und eigene Töpfe und Besteck; man musste allerdings auch selber putzen.
Aber das alles nimmt man gerne in Kauf, denn man trifft so viele nette Menschen, es gibt so viel zu sehen und zu unternehmen und, wie gesagt, es wird niemals langweilig.
Schlafen kann ich so gut wie immer, aber meistens bin ich auch eine der letzten, die ins Zimmer kommt, da die meisten anderen arbeiten.
Apropos arbeiten, ich hatte am Samstag einen kleinen "Job" auf einer Party in Kirribilli, einem Stadtteil im Norden Sydneys. Der Job bestand darin, mitzutrinken, mitzuessen, sich mit allen möglichen Menschen zu unterhalten und die Aussicht zu genießen:


Jaah, wir waren im Garten von einem Luxus-Appartement mit Aussicht auf Sydney Harbour, inklusive Sonnenuntergang. Und dafür habe ich 100 "bugs", wie sie hier sagen, gekriegt. Was will man mehr? Hier die Party-Crew (zumindest ein Teil):


An einem anderen Tag war ich mal wieder in den Royal Botanic Gardens, dieses Mal war mein Ziel jedoch der Mrs Macquarie's Chair, einem in Stein gemeißelten Stuhl, der auf Wunsch von Elizabeth Macquarie, die den Hafen überblicken wollte, angefertigt wurde. Ich habe ihn gefunden und für 30 Sekunden draufgesessen, bis die nächsten kamen, die ein Foto machen wollten. 


Und da man es nicht oft genug fotografieren, ich mich einfach nicht dran satt sehen kann und ich das Foto mag:


Gestern bin ich mit dem Bus zum Palm Beach gefahren, 2 Stunden lang, und als ich ankam, fing es natürlich an zu regnen. Missmutig habe ich mich dann trotzdem an den Strand gesetzt und nach einer halben Stunde war ein Regenbogen am Horizont:


Und hier der ganze Strand, superschön, aber mal wieder dieser nervige Klebesand ...


Und wie ich bereits erwähnt habe, nehme ich morgen erneut von Sydney Abschied und fahre zehn Stunden südwärts auf eine kleine Gemüsefarm, um dort für zwei Wochen gegen Unterkunft und Verpflegung zu arbeiten. Nach den zwei Wochen werde ich erneut nach Sydney zurückkehren (und dann habe ich vielleicht auch langsam genug), mache einen 4-tägigen Surfkurs und dann geht's hoch nach Byron Bay!

Bis vermutlich in zwei Wochen,

Lou









Montag, 17. November 2014

Ein Tag in den blauen Bergen

G'Day!

Am Samstag habe ich eine Blue Mountains Tour gemacht. Die Wanderschuhe geschnürt und die Regenjacke (die ich dann zum Glück nicht brauchte) gepackt, ging es von der Central Station in einem kleinen Bus zunächst zum Featherdale Wildlife Park, Kängugurs streicheln und füttern, sich mit Koalas ablichten lassen und das ganze Muss-man-mal-gemacht-haben-Zeug. Vor dem Koala-Fotostand war eine riesige Schlange, irgendwie tat der Koala mir schon fast leid, jeder wollte ihn antatschen und auf den Arm nehmen. Auf das Koala-Foto habe ich dann verzichtet und mich damit zufrieden gegeben, die anderen Tiere so zu fotografieren, Wombats, komische Vögel, Kängurus, sogar Pinguine. Dem Känguru auf dem Foto mit mir musste natürlich genau in dem Moment jemand Essen hinschmeißen, sodass es nicht in die Kamera guckt, aber naja, ES IST DAA!


Als alle mit Kängurus füttern fertig waren, ging es weiter südwärts zu den Wentworth Falls.



Anschließend gab es Lunch in einem Golfclub. Alle bekamen große Augen, als wir das riesige Buffet und die edlen Tische sahen. Die Augen wurden aber ganz schnell wieder klein, als wir UNSER Buffet sahen - Würstchen mit Brötchen und Tomaten, die noch nicht einmal für alle ausreichten. Zum Glück wurde dann nachgefüllt. Nach einer Wasserflasche für 3,70$ begaben wir uns auf die Fahrt zu den "three sisters", eine Felsformation, um die die Aborigines die Legende spannen, dass drei wunderschöne Schwestern von ihren Ehemännern in Steine verwandelt wurden, um sie vor einer Strafe zu beschützen, da Hochzeiten streng verboten waren. Zumindest habe ich das so verstanden. :-D 




Nachdem wir die bemitleidenswerten Steine gesehen hatten, ging es weiter zum Katoomba Falls Track.



Bergab gingen wir alle zusammen, unzählige Treppenstufen und auch ein paar kleine Kletterpartien hier vorbei:





Bergauf schwand die Zahl der Wanderer, denn es gab die Möglichkeit, für 16$ in einen sehr abenteuerlich anmutenden Zug zu steigen:


Aber sportlich wie ich bin, und da man als Backpacker sehr zimperlich mit seinen Dollarscheinen ist, begab ich mich zu Fuß auf den Anstieg. Da war die Fotolaune auch schnell vorbei, Durst, Schweiß und Schmerzen. Aber irgendwann sind wir tatsächlich oben angekommen und gönnten uns erst einmal ein Eis.
Dann ging es auch schon wieder zurück nach Sydney und nach einem Freibier in der SideBar gingen wir wieder unsere eigenen Wege.

Meine anderen Tage in Sydney verbrachte ich auf dem Newtown-Festival:


Mal wieder irgendwelche Leute getroffen:


Und endlich mal wieder 'ne fette Bratwurst gegessen:


Freitag war ich am Maroubra Beach (eine Stunde von Sydney aus mit dem Bus, aber es lohnt sich):


Und hier ein Kaffee in meinem Lieblingscafé und das, was man abends so trinkt - Tomatensaft und Apfelschorle und so ...



Jetzt bin ich tatkräftig mit der Jobsuche beschäftigt und muss am Mittwoch leider das Hostel wechseln. Bleibe aber in der gleichen Straße, habe mich in Glebe verliebt, das etwas ruhigere Studentenviertel mit vielen Cafés, Pubs und netten Menschen, und trotzdem nur 5 Minuten Busfahrt vom Central entfernt. 
Und jetzt ist mein Akku leer.
Bis bald!

Lou




Dienstag, 11. November 2014

Und irgendwie wieder in Sydney gelandet ...

G'Day!

Wie die Überschrift bereits sagt, bin ich am Freitag wieder in den Zug nach Sydney gestiegen. Wie es dazu kam, folgt:
Nachdem ich mich eines Morgens aus dem Bett gequält, gefrühstückt und mich angezogen hatte, schnappte ich mir, wie üblich, Besen und Mops (Mops?? Möppe?!) und fegte und moppte (?!) guten Gewissens den Boden. Ich grüßte Sarah und Jamie freundlich und wurde mit dem üblichen „How are you going, Lou?“ zurückgegrüßt. Als ich fast fertig mit moppen war, teilte mir Jamie mit, dass sich meine Fehler häufen würden und der Pub sich das nicht erlauben könnte. Ich ließ beinahe den Mop fallen, reagierte aber einigermaßen gefasst. Ja, ich habe mich in meinem ersten Job gerade drei Wochen gehalten, dann wurde ich Hals über Kopf gefeuert.
So schnell kann das gehen. Ich war das erste Mal zuversichtlich, dass mein Plan aufgehen würde – bis Mitte Dezember arbeiten und Geld verdienen, kurz zurück nach Sydney zum Surfen und dann nach Byron Bay. Fehlanzeige. Planen ist entweder nicht meine Stärke oder es ist ein Backpackerfluch, dass jeder Plan, den man sich mühsam zusammentüftelt, entweder durch schöne Dinge oder negative, wie mein Rausschmiss hier, durchkreuzt wird.
Sei’s drum, ich bin auch ein bisschen froh, Collie verlassen zu haben. Die Arbeit war anstrengend, die Luft trocken, die Umgebung einsam und ich war auch nicht die, die ich eigentlich bin. Es ist schade um die Menschen, um Beardy Bob, um Al (hilft manchmal im Pub aus, auf einem Auge blind und zieht gerne Grimassen), um Sarah und Jamie’s Eltern, und einfach generell um die Australier. Viel entspannter, viel offener und viiel ungesitteter als Andere. Wo sonst geht man, dreckig von der Farmarbeit, in Jogginghose und durchlöchertem Hemd in einen Pub, ohne seltsam angeschaut oder gar nicht erst reingelassen zu werden; wo sonst kann man rülpsen, pupsen und schmatzen, ohne dass es jemanden stört; wo sonst redet jeder mit jedem, ohne Ausnahme? Hört sich an, als wäre ich in einem Saustall gewesen. Nein, so schlimm war es nicht. Es ist auch etwas schade um die Umgebung, die vielen Felder, die wilden Tiere, die sternenklaren Nächte und den wunderschönen Outbackianischen Sonnenuntergang. Aber das Gute ist: Die Tore ins Outback stehen mir jederzeit offen! 
Den Sonnenuntergang möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:


Hier ein paar Fotos von der Umgebung:





Langeweile in der Pause:



Und hier die sogenannten "sand monkeys" - Bäume, die im Sand wachsen und keine Ähnlichkeit mit Affen haben, aber Australier, naja .. :-D



Der Highway in Richtung Dubbo. Es hat super Spaß gemacht, ihn entlangzufahren, selbst auf dem Beifahrersitz - Klimaanlage und Musik voll aufgedreht und das Gaspedal durchgedrückt.



                                                     Die doof guckenden Kühe:



                                                          Ein Eiskaffee in Dubbo:


Und hier meine unwillkommenen Mitbewohner, ein Skorpion und ein widerlicher Tausendfüßler. Letzterer hat geknirscht, als mein Chef draufgetreten hat und ich durfte ihn netterweise wegsaugen ... BAH!!





Und zum Schluss ein Foto von Beardy Bob und Sarah (Wie PASSEND, sie WINKEEN!)


Ich bin wieder im gleichen Hostel wie zu Beginn in Sydney (da, wo der Spruch auf dem Magneten herstammt), aber auf einem anderen Zimmer. Am Sonntag war ich auf dem Newtown Festival, heute wird Karneval gefeiert (ja, leider hab ich Kölner kennengelernt .. :-D) und demnächst geht es in die Blue Mountains. Alles in allem bin ich glücklicher in Sydney - mehr zu unternehmen, mehr zu sehen, mehr junge Leute. Ist nur schade um das Geld ... Ich melde mich bald wieder, dann hoffentlich mit wunderschönen Fotos aus den Blue Mountains! 

Lou










Mittwoch, 5. November 2014

Flashback Sydney Part 2: Manly, Sunset & Jack's Fire Show

G'Day!

An meinem letzten Abend in Sydney fuhren wir mit der Fähre nach Manly. Wir taten uns etwas schwer, mit dem Bus den Circular Quay, von wo aus die Fähre geht, zu finden, aber auch das haben wir schließlich geschafft. Schon am Tage bot sich uns eine wunderschöne Aussicht von der Fähre:





Und schließlich am Manly Beach:


Ich ziehe Bondi eindeutig vor, schönerer und weicherer Sand, weniger Menschen auf einem Fleck und auch gefühlt weniger Touristen.
Und schließlich das Highlight des Abends - die Rückfahrt durch den Sonnenuntergang:




Als wir wieder am Hostel ankamen, wurden wir von Jack zu seiner Fire Show eingeladen, die im nächsten Park stattfand. Dort trifft er sich regelmäßig mut ein paar Leuten und, ja, spielt mit Feuer rum. Ich denke, das Bild beschreibt es am besten:



Bei meinem Glück musste ich natürlich zu ihm nach vorne und DAS HIER zehn Minuten lang über mich ergehen lassen:


Alles in allem war es ein sehr schöner letzter Abend in Sydney.

Hier in Collie geht alles seinen gewohnten Gang, so langsam wird die Arbeit zur Routine und ich schließe immer mehr neue Aussie-Bekanntschaften - und kann mir keine Namen merken.

Lou