Nachdem ich mich fast zwei Wochen in Adelaide gelangweilt habe, traf ich auf zwei Kanadier mit einem wunderbaren Van, die sich auf der Durchreise nach Perth befanden. Ein paar Tage später schulterte ich meinen Rucksack mitsamt Zelt und wir begaben uns zusammen mit einem Franzosen auf den Weg.
Und es folgte eine sehr, sehr lange Autofahrt mit viel Musik, guter Laune, langen Nächten ums Lagerfeuer, wunderschönen Landschaften, Sonnenuntergängen und nicht zuletzt ein paar Französischstunden.
Auf halben Wege durch Australien:
Eine Nacht ums Lagerfeuer, denn es ist Winter im Australien und ja, im Süden können die Temperaturen schonmal auf 0° in der Nacht sinken:
Riesige Sanddünen in Fowler's Bay, unserem dritten Campstop:
Und schließlich der Beginn vom "Nullarbor Plain", einer endlos weiten Landschaft ohne Bäume, Häuser oder jeglichen Zeichen menschlichen Daseins - abgesehen von dem Highway, Feuerstellen und Müll auf den Camp Sites.
Ein "Road Train", die einem immer dort entgegen kommen, wo man sie nicht erwartet und einem zuhupen, wenn sie einen Nachts ums Lagerfeuer stehen sehen:
An der Küstenseite des Nullarbors:
Mal wieder ein Sonnenuntergang:
Angekommen an der Grenze zu Western Australia, dem mit Abstand größten Staates Australiens, stellten wir fest, dass es nicht erlaubt ist, Gemüse, Obst und Samen über die Grenze zu bringen. Gut, dass wir zuvor reichlich eingekauft hatten. Da wir unseren Proviant aber nicht wegschmeißen wollten, parkten wir den Van neben der Passierstation und fingen an zu kochen, schälen und in Tüten zu packen. Wir kassierten ein paar stirnrunzelnde Blicke, aber immerhin konnten wir eine gute Stunde später die Grenze sorgenfrei passieren.
Angekommen in Esperance:
Und der Wave Rock, einer riesigen Felsformation, von der ein Teil durch das Regenwasser wie eine Welle geformt ist:
Fast am Ziel angelangt, besichtigten wir eine Höhle, in der Aborigine-Kunst zu finden war.
Und dann waren die zehn Tage auch schon vorbei und wir kamen im regnerischen, stürmischen Perth an und jeder ging seinen eigenen Weg.
Der Sturm zog zum Glück schnell vorüber und der Himmel ist seit drei Tagen strahlend blau. Perth ist eine wunderschöne Stadt und ich habe mich gleich zu Hause gefühlt. die letzten Tage war ich damit beschäftigt, mir die Stadt anzugucken. Ich war im Museum, im King's Park, in den vielen Einkaufsstraßen, auf dem Markt in Fremantle, südlich von Perth, an der Waterfront und habe eine kleine Stadtrundfahrt mit einer der "City Cats" (viertelstündlich operierende, freie Busse, die einmal die ganze Stadt umrunden) gemacht.
Außerdem habe ich mir ein neues Hobby für die Abende, die man nicht in einer Bar verbringt, gesucht - Armbänder flechten!
Und jetzt sitze ich MAL WIEDER in der Bibliothek und plane meine Weiterreise in den Norden, damit ich endlich mal wieder meinen Bikini auspacken kann! Da mir Perth jedoch sehr gefällt, werde ich wahrscheinlich noch ein bisschen Zeit hier verbringen, bevor es weitergeht.
Lou