Als ich aus dem Auto stieg und den ersten Fuß auf Melbourner Boden setzte, mochte ich es absolut nicht. Laut, grau, langweilig. Der Freeway direkt über dem Hostel, "Macca's" direkt vor der Tür und das Hostel war ein langweiliger grauer Kasten.
Dann begab ich mich das erste Mal in die Innenstadt, ein kleines Labyrinth aus Einkaufsstraßen, engen, einfarbigen Gassen und denjenigen Gassen, in denen man die berühmte Melbourner Straßenkunst betrachten kann. Mittendrin Gebäude aus einer anderen Zeit, die neben den modernsten Hochbauten stehen und überall bemalte oder uralte Straßenbahnen, die gemächlich durch die Straßen zuckeln. Neben der Central Station der Federation Square, einem kleinen, friedlichen Platz mit freiem WLAN, Cafés, Restaurants und zwei großen Leinwänden, auf denen die zahlreichen Sportevents wie die Australian Open, die Cricket-Weltmeisterschaft oder das Great Ocean Road Race übertragen werden. Drumherum prächtige Gebäude wie das Parliament House, das Royal Exhibition Building und der Shrine of Remambrance, der am Rande der Royal Botanic Gardens von Melbourne steht. Mittendrin der Yarra River, der die Innenstadt und die nördlichen Stadtteile von den südlichen trennt. Und dann, im Süden, natürlich der große, weite Ozean mit kleinen Stränden, an denen man sich den Sonnenuntergang anschauen kann und manchmal sogar den ein oder anderen Pinguin sieht.
Aber seht selbst:
Der Federation Square mit der Central Station im Hintergrund. An den blauen Buden werden Tickets für die Australian Open verkauft:
Die Central Station und davor der City Circle, einer freien Tram, die einmal um die ganze Innenstadt herumfährt und etwas über die ein oder andere Sehenswürdigkeit erzählt:
Der Yarra River bei Nacht:
Und noch einmal der Federation Square beim Tennis gucken:
Schlösser auf einer der vielen Brücken über den Yarra River:
Nochmal der Yarra River bei Nacht:
Hier das Riesenrad in den Docklands, einem Stadtteil nordwestlich der Innenstadt. Hier habe ich auch am 26. Januar den Australia Day verbracht. Zum Abschluss gab es ein riesiges Feuerwerk, mein erstes Feuerwerk in Australia!
Der Shrine of Remambrance:
Und China Town darf natürlich auch nicht fehlen:
Der St Kilda (dem beliebtesten Stadtteil für Strand und Clubs) Pier bei beginnendem Sonnenuntergang (danach ist die Sonne hinter den Wolken verschwunden, gnaah):
Uund ein Pinguin in St Kilda:
Einen Abend war ich auf dem Eureka Skydeck, einem 300 Meter hohen Gebäude ähnlich dem Sydney Tower Eye, aber höher, schneller, weiter, ... . Nein, wirklich, der Aufzug rast mit 9 Metern pro Sekunde die 88 Stockwerke hinauf und die Aussicht ist einfach unglaublich.
Und zum Schluss mein ganz persönliches Highlight, der Queen Victoria Market, einem großen Marktgelände, auf dem man tagsüber günstig Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und einfach ALLES kaufen kann. Mittwochsabends findet ein Nachtmarkt mit Musik, Bars und Gerichten aus aller Welt statt. Für mich gab's Poffertjes und einen Krokodilburger, yumm!
Und, fast vergessen, mein zweites persönliches Highlight: Die Graffiti-Gassen, die sich überall verstecken, wo man sie nicht erwartet. Leider hatte ich nicht immer meine Kamera dabei, aber man muss ja auch mal was für sich behalten ...
Wie man sieht, ist Melbourne alles andere als grau und langweilig, man muss nur manchmal etwas suchen.
Und trotzdem konnte ich das alles nicht immer wirklich genießen, denn es war mir egal. Denn manchmal ist es einem egal, wie viel Freiheit man hier hat, wie viel es zu sehen gibt, was für unglaubliche Landschaften und Geschichten dieses Land zu bieten hat, wie viele wunderbare Menschen man trifft, wie viel man lernt, wie viel man sieht. Denn manchmal ist man müde davon, ständig jeden Cent umzudrehen, müde davon, immer in ein volles Hostelzimmer zurückzukehren, müde davon, niemals irgendwo zu Hause zu sein. Müde von Egg & Bacon Rolls, Weißbrot, Domino's Pizzen, Hitze, Sonnencreme, Nudeln mit Pesto, besetzten Duschen und Toiletten. Und dann wünscht man sich einfach nach Hause in sein eigenes Bett vor den Fernseher.
Der Ursprung dieser Phase lag vermeintlich darin, dass ich die ersten zwei Wochen hier mit der Jobsuche verbracht habe, nur um schließlich das erste und einzige Jobangebot, das ich bekommen habe, sausen zu lassen und den nächsten Flug nach Tasmanien, einer Insel südsüdöstlich von Melbourne zu buchen. Denn ich musste eine Entscheidung treffen und das ist eines der wenigen Dinge, die mir hier sehr schwer fällt, denn es gibt so unendlich viele Möglichkeiten. Letztendlich habe ich mich dann so weit gebracht, dass ich einfach nicht mehr wusste, was ich wollte, nicht wusste, wo und ob ich mich wohl fühle, was dann der Ausschlaggeber für mich war, Melbourne zu verlassen.
Aber nun genug des sentimentalen Erbrechens von Gedanken (Oh man ... :-D) - ich habe diese Phase überstanden und freue mich auf meine Zeit in Tasmanien!
THE BEST PLAN IS NO PLAN.
Lou

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