Samstag, 15. August 2015

INDONESIA, INDONESIA, INDONESIA ... INDONESIA!!

Selamat Siang!

Wie ihr ja alle wisst, ging meine Reise vor gut drei Wochen nach Indonesien.
Am Flughafen Balis angekommen, bekam ich bereits meinen ersten Eindruck indonesischer Mentalität - kaum hatte ich meinen Rucksack aufgesetzt, hörte ich aus jeder Richtung schallende Stimmen - "TAXI? TRANSPORT? WHERE ARE YOU GOING, MISS?". Ich fand schnell heraus, dass es ziemlich wenig Sinn macht, einem indonesischen Taxifahrer beibringen zu wollen, dass ich bereits einen Transport organisiert hatte und erblickte bald glücklicherweise ein Schild mit meinem Namen. 
Am nächsten Morgen, nach einem wunderbaren Frühstück (keine Weet-Bix zu sehen!), wagte ich meinen ersten Fuß auf die Straße. Nachdem ich, eine halbe Stunde später, die Hauptstraße überquert hatte, begab ich mich auf den Weg zum Kuta Beach und nachdem mich der zehnte Motorradfahrer ansprach, ob ich "TRANSPORT?" brauche, gab ich das Laufen in der Hitze auf und setzte mich hinten drauf. 
In Kuta angekommen, wartete die nächste Begebenheit auf mich, der ich bis heute ausgesetzt bin - hartnäckigen indonesischen Verkäufern. Da Kuta wohl einer der touristischen Orte Indonesiens ist, werden in jeder Straße, an jedem Stück Strand und in jeder noch so kleinen Gasse, Kleidung, Schmuck, Sarongs, Sarongs, Sarongs, Boottickets, Touren, Motorräder, Fahrräder, Autos, "TRANSPORT?", Souvenirs und "INFORMATION?" verkauft, verliehen oder angeboten. Ein einfaches "No, thanks" reicht meistens, aber nicht immer, und so blickt man, wenn man sich umdreht, nicht selten einem Verkäufer ins Gesicht, von dem man glaubte, ihn an der letzten Straßenecke abgeschüttelt zu haben.
Eine nächste Hürde, die es zu überwinden galt, war das Handeln und damit verbunden das indonesische Geld - ein australischer Dollar entspricht ca. 10 000 indonesischen Rupiah, ein Euro entspricht ca. 15 000 Rupiah, weshalb man nicht selten eine Million in der Geldbörse hat. Und das in ziemlich vielen Scheinen.
Was das Handeln angeht, so hat man anfangs nicht viel Ahnung, welcher Preis denn jetzt nun angemessen ist, und ist schnell frustriert, wenn man herausfindet, dass der Hostelnachbar die gleiche Hose für den halben Preis gekauft hat. Aber man lernt dazu!
Von Kuta gibt es (noch) nicht so viele Fotos, aber hier schonmal zwei - ein Huthändler am Kuta-Beach und eine der geschäftigen Straßen:



Von Kuta ging es dann mit dem Bus nach Ubud, die kulturelle Hauptstadt Balis, die voller Tempel, Museen, Spas, Yogaschulen und Künstlern ist.
Zunächst ein paar der Zeichen, wie sehr das Leben dieser Menschen hier an ihrer Religion ausgerichtet ist (viel dazu sagen kann ich leider nicht - nur, dass es überall zu spüren ist). Letzteres ist ein Foto des traditionellen Balinesischen Feuertanz, dem "Kecak".






Hier ein paar Fotos von einem Motorradtrip durch Ubud und Umgebung. 

Der Monkey Forest:


Der Tegenungan Wasserfall:


Reisfelder und eine Reispflanze:

                                  



Von Ubud aus nahm ich ein Speed Boat nach Gili Trawangan, eine der drei ziemlich bekannten Gilis. Die Gilis sind drei Inseln, die sich nordwestlich von Lombok befinden und jede hat eine einzigartige Atmosphäre. Während Gili Trawangan (auch Gili T), die größte der Inseln, als die "Partyinsel" bekannt ist, geht es auf Gili Meno und Gili Air eher ruhiger zu. 

Am Hafen, der Sonnenuntergang und der Nachtmarkt auf Gili T ...





Und Gili Air, wo ich einen Kochkurs absolvierte.


Von Gili Air aus startete ich einen Boottrip an einigen der unzähligen Inseln Indonesiens vorbei, darunter Komodo Island, wo man wildlebenden Komodowaranen ziemlich nahe kommt. Insgesamt verbrachte ich mit ungefähr 20 anderen 4 Tage und 3 Nächte auf dem Boot unter ziemlich einfachen Bedingungen und dieser Trip war einer meiner Highlights in Indonesien - nicht nur dass ich Bootfahren an sich schon sehr genieße, die Landschaft war einfach nur umwerfend und man kommt sich beinahe vor, als wäre man im Traum. Jeden Abend ging die Sonne orange am Horizont unter, der Mond rot am Horizont auf, und wir fuhren an einsamen, winizgen, weißen Sandstränden, rauchenden Vulkanen vorbei, schnorchelten mit Fischen in allen Farben und riesengroßen Mantarochen im kristallklaren Wasser und bahnten uns Wege durch den Dschungel zu Wasserfällen und Aussichtspunkten. Hier nur ein paar der Fotos (ich würde gerne mehr hochladen, aber das dauert einfach SO lange):








Der Trip fand sein Ende auf Flores, genauer gesagt in Labuan Bajo, das an sich nicht wirklich sehenswert ist. Die wirkliche Attraktion liegt ein paar Meter unter Wasser, wo sich einige der schönsten Riffe der Welt befinden. Also machte ich meinen Tauchschein und ich habe es absolut nicht bereut (bis auf die Tatsache, dass ich immer noch Wasser im rechten Ohr habe ... ). Leider leider leider existieren keine Fotos von den Tauchgängen, aber es ist absolut umwerfend, was sich ein paar Meter unter dem Meeresspiegel tummelt - da sind Korallen in allen Formen und Farben, Clownfische, die sich in Anemonen verstecken, Schildkröten, die elegant durch's Wasser gleiten, Muränen, die ihren Kopf zwischen Steinen hervorstrecken und Rochen, die auf dem Meeresgrund manchmal schwer zu erkennen sind. 
Hier der Sonnenuntergang an meinem letzten Abend:


Von Flores aus ging es 24 Stunden lang mit Bussen und Fähren nach Lombok. Dort habe ich zugegebenermaßen nicht wirklich viel gemacht. Angekommen bin ich in Mataram, der Hauptstadt, die ziemlich hässlich ist. Also nahm ich ein Taxi nach Senggigi, nördlich von Mataram und blieb dort für drei Tage und lag die meiste Zeit am Strand.
An meinem letzten Tag traf ich Hari am Strand und er lud mich zum Essen bei seiner Familie ein. Es war wirklich, wirklich interessant, zu sehen, wie die Menschen hier leben und wie besonders es für sie war, dass ich dort war; besonders für die Kinder, die ihre Augen nicht von mir lassen konnten.
Hier eines der wenigen Fotos, die ich von Lombok habe (mal wieder ein Sonnenuntergang, jajaha), aber eines meiner Lieblingsbilder:


 

Nun bin ich wieder zurück in Ubud und habe meinen Tag auf dem farbenfrohen Markt verbracht.



Ich habe in den fast 4 Wochen, die ich hier war, definitiv nicht so viel gesehen, wie ich hätte sehen können und ich habe mich nie wirklich von den Touristenpfaden entfernt, aber ich habe jeden einzelnen Ort auf eine eigene Art und Weise genossen und irgendwie doch viel gesehen. Für mich war es ein schönes Gefühl, unter all den Touristen zu sein, denn der Unterschied zwischen Backpackern und Touristen ist hier nicht halb so groß wie in Australien - und ich konnte mir das ein oder andere Hotelzimmer, viele Mahlzeiten in Restaurants und die ein oder andere Massage gönnen, ohne Angst um mein Geld zu haben. Und das ist ein einzigartiges Gefühl, wenn man neun Monate lang Budgetreisende war! 
Morgen geht es wieder zurück nach Kuta und am Dienstag mal wieder in ein Flugzeug, genauer gesagt nach Kuala Lumpur. Ich bin sehr gespannt!

Lou 







Dienstag, 21. Juli 2015

The Wild Wild West

G'Day!

Ich habe soeben festgestellt, dass es einfach kein passendes deutsches Wort für ROAD TRIP gibt, denn nichts beschreibt einen Road Trip so gut wie das Wort Road Trip. Die endlosen Autofahrten, die wie im Fluge vergehen, da Musik und Menschen für Unterhaltung sorgen, die Nächte um's Lagerfeuer, während sogenannte "Road Trains" auf dem Highway an einem vorbeisausen, die wunderbaren Landschaften, kalte Nächte im Zelt, auf die ein paar Schlafentzugserscheinungen folgen, und eine absolut sorgenfreie Zeit. 
Daher habe ich mich von Perth aus auch direkt wieder zusammen mit Angelika auf die Straße gemacht und los ging es die Westküste hinauf.
Unser erster Stop war der Nambung National Park, in dem man die "Pinnacles" - lustige Steinformationen aus Limestone - bewundern kann:


Auf dem Parkplatz trafen wir auf Luca und Elia, zwei Italiener, die uns Kaffee anboten und schlossen uns ihnen für 3 Tage an.  
Weiter ging die Reise zum Kalbarri National Park, wo wir einen Halbtagesmarsch durch die Schlucht auf uns nahmen. Hier ein Foto vom "Nature's Window":


Vorbei an einem der vielen "Pink Lakes", wo wir circa 2 Stunden damit verbrachten, Steine zu werfen,


fuhren wir zum Shell Beach, wo ein Strand ganz aus Muschelschalen und ein spiegelglatter Ozean auf uns wartete:


Nach einem Umweg zum relativ enttäuschenden Shark Bay gingen wir einkaufen und trafen auf dem Parkplatz auf Alex und Luke, zwei Australier, die uns zwar keinen Kaffee anboten, aber gerade auf dem Weg zu einem Campspot waren. Also schlossen wir uns ihnen an und vorbei ging es an einem Blowhole (Endlich mal ein richtiges!)


über eine ellenlange Schotterpiste ins Paradies. Das Zelt direkt auf einer Düne aufgestellt, hinter der es zum Strand ging, konnten wir endlos viele Wale im Meer herumtollen sehen, die oft nicht weiter als 50 Meter entfernt von der Küste auftauchten (Foto leider inexistent). Nachdem wir beschlossen, noch eine weitere Nacht dort zu bleiben, machten wir uns auf den Weg zum Coral Bay, wo es schnorcheln ging:


Dort trafen wir auf ein paar Franzosen, mit denen wir uns zunächst vorbei an einigen Termitenhügeln



 auf den Weg nach Exmouth machten und gelangten schließlich an unser nördlichstes Ziel, dem Karijini National Park. 
Dort wanderten wir durch vier verschiedene Schluchten und wagten sogar den Sprung in das eiskalte Quellwasser (Beweisfoto existent aber nicht internettauglich):


Auf dem Rückweg entschieden wir uns für den Highway durch's Outback, wo wir eine komplett andere Landschaft beobachten konnten. Da war tiefroter Sand, Adler und Geier kreisten über uns, Papageien zwitscherten in den Bäumen und der ein oder andere Emu kreuzte unseren Weg. Und das alles unter einem strahlend blauen Himmel. 





Wieder in Perth angekommen, verbrachte ich noch 2 weitere Tage dort und entschloss mich, Australien zu verlassen und nach Indonesien zu fliegen. Vorgestern bin ich hier auf Bali angekommen und habe mich bereits mit dem wilden Verkehr (Regeln, Bürgersteige und Fußgängerüberwege nicht existent, Ampeln nur spärlich vorhanden und auch nicht unbedingt beachtet), unbestechlichen Taxifahrern und den unzähligen Straßenhändlern auseinandergesetzt - aber mehr dazu später!

Lou









  

Donnerstag, 25. Juni 2015

Through the Nullarbor

G'Day!

Nachdem ich mich fast zwei Wochen in Adelaide gelangweilt habe, traf ich auf zwei Kanadier mit einem wunderbaren Van, die sich auf der Durchreise nach Perth befanden. Ein paar Tage später schulterte ich meinen Rucksack mitsamt Zelt und wir begaben uns zusammen mit einem Franzosen auf den Weg. 
Und es folgte eine sehr, sehr lange Autofahrt mit viel Musik, guter Laune, langen Nächten ums Lagerfeuer, wunderschönen Landschaften, Sonnenuntergängen und nicht zuletzt ein paar Französischstunden.



Auf halben Wege durch Australien:


Eine Nacht ums Lagerfeuer, denn es ist Winter im Australien und ja, im Süden können die Temperaturen schonmal auf 0° in der Nacht sinken:


Riesige Sanddünen in Fowler's Bay, unserem dritten Campstop:



Und schließlich der Beginn vom "Nullarbor Plain", einer endlos weiten Landschaft ohne Bäume, Häuser oder jeglichen Zeichen menschlichen Daseins - abgesehen von dem Highway, Feuerstellen und Müll auf den Camp Sites.


Ein "Road Train", die einem immer dort entgegen kommen, wo man sie nicht erwartet und einem zuhupen, wenn sie einen Nachts ums Lagerfeuer stehen sehen:


An der Küstenseite des Nullarbors:


Mal wieder ein Sonnenuntergang:



Angekommen an der Grenze zu Western Australia, dem mit Abstand größten Staates Australiens, stellten wir fest, dass es nicht erlaubt ist, Gemüse, Obst und Samen über die Grenze zu bringen. Gut, dass wir zuvor reichlich eingekauft hatten. Da wir unseren Proviant aber nicht wegschmeißen wollten, parkten wir den Van neben der Passierstation und fingen an zu kochen, schälen und in Tüten zu packen. Wir kassierten ein paar stirnrunzelnde Blicke, aber immerhin konnten wir eine gute Stunde später die Grenze sorgenfrei passieren.




Angekommen in Esperance:


Und der Wave Rock, einer riesigen Felsformation, von der ein Teil durch das Regenwasser wie eine Welle geformt ist:


Fast am Ziel angelangt, besichtigten wir eine Höhle, in der Aborigine-Kunst zu finden war.


Und dann waren die zehn Tage auch schon vorbei und wir kamen im regnerischen, stürmischen Perth an und jeder ging seinen eigenen Weg.
Der Sturm zog zum Glück schnell vorüber und der Himmel ist seit drei Tagen strahlend blau. Perth ist eine wunderschöne Stadt und ich habe mich gleich zu Hause gefühlt. die letzten Tage war ich damit beschäftigt, mir die Stadt anzugucken. Ich war im Museum, im King's Park, in den vielen Einkaufsstraßen, auf dem Markt in Fremantle, südlich von Perth, an der Waterfront und habe eine kleine Stadtrundfahrt mit einer der "City Cats" (viertelstündlich operierende, freie Busse, die einmal die ganze Stadt umrunden) gemacht. 
Außerdem habe ich mir ein neues Hobby für die Abende, die man nicht in einer Bar verbringt, gesucht - Armbänder flechten! 
Und jetzt sitze ich MAL WIEDER in der Bibliothek und plane meine Weiterreise in den Norden, damit ich endlich mal wieder meinen Bikini auspacken kann! Da mir Perth jedoch sehr gefällt, werde ich wahrscheinlich noch ein bisschen Zeit hier verbringen, bevor es weitergeht. 


Lou