Ich sitze mal wieder in der Bibliothek und mal wieder steht mein letzter Abend in Sydney bevor (so langsam wird's langweilig, jaja). Gestern habe ich die Farm verlassen und möchte euch ein bisschen von meiner Zeit dort erzählen.
Die Farm war im Prinzip ein riesiger Gemüsegarten, überall wuchsen Pflanzen, die man essen konnte. Blüten, die nach Honig schmeckten, zuckersüße Blätter, Äpfel, Birnen, Salat und Früchte, die ich noch nie zuvor gesehen habe. Es gab eine Komposttoilette, sonnengeheiztes Wasser und einen wunderschönen Naturpool, in den wir immer sprangen, wenn die Arbeit unter der brennenden Sonne zu heiß wurde.
Hier mein "Haus", der caravan, direkt neben dem Pool:
Im Garten sprangen Kaninchen, Kängurus (die mich nicht selten erschrocken haben, wenn ich nachts mit Taschenlampe bewaffnet durch strömenden Regen zur Toilette gelaufen bin), Wallabies und Papageien herum, riesige Spinnen saßen auf der Toilette und ich habe meine erste Schlange getroffen:
Die Spinnen sind sogenannte Huntsman Spiders, nicht giftig, aber seeehr schnell, was fast noch schlimmer ist, denn wenn man gerade auf dem Klo sitzt, kann man nicht so schnell weglaufen ... und sie sind einfach SO RIESIG!
Die vierköpfige Familie, der die Farm gehört, ist einfach wunderbar und ist mir in den zwei Wochen sehr ans Herz gewachsen, was mir den Abschied nicht gerade leicht gemacht hat. (Und ja, ich trage irgendwelche zusammengewürfelten Sachen, das waren die einzigen, die gerade nicht in der Waschmaschine waren ... )
Meine Arbeit bestand aus Unkraut jähten, Pflanzen bewässern, Zwiebeln ernten, Äpfeln Socken anziehen, damit die Vögel sie nicht essen, und Knoblauch putzen und hat so gut wie immer Spaß gemacht,
Ich habe leider kein Foto mit Hut, Gummistiefeln und Gartenhandschuhen, wie ich die meiste Zeit rumgelaufen bin, aber immerhin mit ganz viel frischem KNOFI!
An meinen zwei freien Tagen hat mich die Familie mit in die umliegenden Städte genommen, erst nach Merimbula, dann nach Bermagui. Wunderschöne, einsame Strände, kunstvoll gebaute kleine Häuser und viele Krimskrams-Trödel-Läden, so, wie ich sie mag.
Der Strand in Merimbula, eine sehr geschützte Bucht, weshalb ich das erste Mal richtig im Meer schwimmen konnte, ohne halb zu ertrinken. Und hier der Strand in Bermagui:
Und das Beste zum Schluss: Ich durfte den Backofen benutzen!! Auch wenn es sehr abenteuerlich war, ich musste ihn mit einem Streichholz anzünden, die Tür war aus Metall, weshalb sie seehr heiß wurde und ich habe mich mindestens an fünf Stellen verbrannt. Aber irgendwie habe ich dann doch ein paar Vanillekipferl zustande gebracht - yumm!
Ich hatte eine tolle Zeit, die zwei Wochen sind viel zu schnell vergangen. Aber so traurig der Abschied auch war, meine Reise geht weiter und die Großstadt hat auch so einige Vorzüge. Endlich ist das Leben wieder ungesund und endlich gibt es wieder den guten alten Goon!
Morgen geht es ins Surfcamp (und es regnet den ganzen Tag, wheey) und dann nach Byron Bay!
Lou

